Die christlichen Wurzeln Europas stärken

Kolpingwerk betont kulturelle Werte als Beitrag zu sozialem Frieden

 

STRASSBURG, 11.03.2009. „Europa hat seine Wurzeln im Christentum, und wir alle müssen etwas dafür tun, dass die Menschen das nicht vergessen“, betonte die Vorsitzende von Kolping Europa, Barbara Breher, heute in Straßburg. In vielen Ländern Europas lasse die Zustimmung der Bürger zur Europäischen Integration immer mehr nach. Bei politischen Verhandlungen würden immer öfter die nationalen Interessen über das europäische Gemeinwohl gestellt – ein Beweis dafür, dass es an einer überzeugenden europäischen Identität fehle, so Barbara Breher.


Um dies zu ändern, plant Kolping Europa eine Anzahl von Maßnahmen, um das Bewusstsein für die christlichen Wurzeln Europas bei den Menschen wieder zu stärken. Dazu gehört die Stärkung einer Sonntagskultur, die Pflege des christlichen Brauchtums ebenso wie länderübergreifende Begegnungen und Bildungsveranstaltungen zum Verhältnis Kirche und Staat. Dabei erwartet der Verband, der rund 400.000 Mitglieder in 20 Ländern vertritt, auch eine Unterstützung durch die politischen Kräfte.

 

Kulturelle Werte schützen

 

Der Vorstand des Kolpingwerkes Europa hat auf seiner Sitzung am 11. März 2009 in Straßburg eine Erklärung verabschiedet, in der er die Bedeutung der kulturellen Werte für den sozialen Frieden und für die europäische Identität hervorhebt. Dabei betont der Vorstand den Einfluss der Religion auf das Verhalten und Denken der Menschen und auf die Kultur und sieht eine wichtige Aufgabe darin, die christlichen Grundlagen der europäischen Kultur bewusst zu machen. In ganz besonderer Weise setzt sich das Kolpingwerk Europa für eine Stärkung der Sonntagskultur ein, für die Pflege des christlichen Brauchtums, für eine verstärkte Vermittlung an Kenntnissen der Bibel und für Schulungsveranstaltungen zum christlichen Menschenbild, die mit der Würde des Menschen auf der Gottesebenbildlichkeit begründet wird.

 

Hier im Wortlaut die Erklärung des Vorstandes Kolping Europa: „Gemeinsame kulturelle Werte – ein wichtiger Beitrag zum sozialen Frieden und zur europäischen Identität“:


 

Gemeinsame kulturelle Werte

– ein wichtiger Beitrag zum sozialen Frieden

und zur europäischen Identität

 

Innerhalb der Europäischen Union ist in vielen Ländern eine nachlassende Zustimmung der Bürger zur Europäischen Integration festzustellen und auch bei den politischen Verhandlungen steht immer häufiger die Durchsetzung nationaler Interessen im Vordergrund, ohne die Beachtung des europäischen Gemeinwohls. Diese Entwicklungen sind ein Beweis dafür, dass es an einer überzeugenden europäischen Identität fehlt, da Identität nicht nur ein geistiges Konstrukt oder ein personales und kollektives Gefühl ist, sondern auch das konkrete Handeln beeinflusst.

 

Eine europäische Identität wird aber ganz wesentlich nicht nur durch eine gemeinsame Geschichte und gemeinsame politische Zielvorstellungen geprägt, sondern auch durch eine gemeinsame Kultur und gemeinsame kulturelle Werte. Eine Studie über das Werteverständnis in Europa hat gezeigt, dass es trotz regionaler Unterschiede eine große Gemeinsamkeit im Werteverständnis gibt und diese Gemeinsamkeit im Verständnis der Werte auch eine Grundvoraussetzung für ein verständnisvolles Miteinander und den sozialen Frieden in einer Gesellschaft ist. Werte sind jedoch die Voraussetzung und wesentliche Bestandteile einer Kultur.

 

Die große Gemeinsamkeit von Wertevorstellungen in Europa hat ihren Grund im Christentum, denn wie Papst Johannes Paul II. betont hat, ist die Muttersprache Europas das Christentum und dies ist auch die Grundlage seiner pluralistischen Kultur. Wenn auch Religion nicht mit Kultur identisch ist, so prägen religiöse Vorstellungen doch in ganz entscheidender Weise das Verhalten und das Denken. Wenn jedoch wie in den Dokumenten der EU immer wieder betont wird, die Kultur einen hohen Stellenwert hat zur Durchsetzung, Lebensfähigkeit und zum Funktionieren des europäischen Gesellschaftsmodells, dann muss man sich auch immer die Wurzeln und Fundamente dieser Kultur bewusst machen, wenn sie als wichtiges Element der europäischen Identität erhalten bleiben sollen.

 

Das Kolpingwerk Europa sieht in der Förderung der europäischen Kultur und in der Bewusstmachung der Grundlagen und Wurzeln des europäischen Kulturverständnisses eine wichtige Aufgabe, um das friedliche Miteinander in Europa zu stärken. Das Kolpingwerk wird sich dabei in besonderer Weise darum bemühen, den christlichen Beitrag zur Entwicklung der europäischen Kultur aufzuzeigen durch:

 

Þ      Die Stärkung einer Sonntagskultur, da der Sonntag als gemeinsamer Ruhetag aller arbeitenden Menschen eine Gewähr dafür ist, dass die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben erhalten bleibt und sich Raum für gemeinschaftliches zivilgesellschaftliches Leben ergibt.

Þ      Die Pflege des christlichen Brauchtums, da christliche Feste den Alltag im Jahreskreislauf eindeutig mitprägen und viele dieser Feste verbunden sind mit festen Bräuchen.

Þ      Eine Vermittlung von Kenntnissen der Bibel, da ohne Grundkenntnisse der biblischen Erzählung viele Redewendungen, viele Verweise in der Literatur oder in Filmen, viele Bilder in der darstellenden Kunst gar nicht verständlich wären.

Þ      Die Verstärkung länderübergreifender Begegnungen, bei denen die Vielfalt der europäischen Kultur erfahren werden kann und die beteiligten Kolpingsfamilien Impulse für kulturelle Aktivitäten erhalten.

Þ      Bildungsveranstaltungen zum Verhältnis Kirche und Staat, da in Europa in beispielhafter Weise der Dualismus Staat und Kirche gelöst und verdeutlicht wurde, dass der Mensch in zwei Rechtskreisen lebt.

Þ      Schulungsveranstaltungen zur durch die Gottes Ebenbildlichkeit vermittelten besonderen Würde des Menschen und die Konsequenzen, die dies für das Rechtsverständnis in Europa und für die Begründung der Menschenrechte hat.

 

Das Kolpingwerk Europa erwartet von den politischen Kräften eine Unterstützung bei der Umsetzung dieser Maßnahmen, da eine verstärkte Kenntnis der gemeinsamen Wurzeln der europäischen Kultur eine europäische Identität stärken und den Zusammenhalt in Europa festigen kann.

 

Strasbourg, 11. März 2009

 

Anton Salesny, Europabeauftragter Internat. Kolpingwerk

Ottmar Dillenburg, Europapräses Kolpingwerk Europa

Barbara Breher, Vorsitzende Kolpingwerk Europa

Hubert Tintelott, Generalsekretär Internat. Kolpingwerk


 

Hier das DOKUMENT zum DOWNLOAD




Veröffentlicht am: 14:56:22 11.03.2009
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