DÜSSELDORF, 16.12.2009. Mit ihrer 1.500. Ausgabe begehen die Düsseldorfer „Mittwochsgespräche“ am Mittwoch im Klosterhof des Maxhauses in der Landeshauptstadt ein Jubiläum. Die „Mittwochsgespräche“ wurden 1961 von dem Düsseldorfer „Bunkerpastor“, Bbr. Carl Klinkhammer (1903-1997, Bild rechts), initiiert. Der Kölner Domkapitular Norbert Trippen hält eine Rückschau, im Anschluss ist eine Podiumsdiskussion mit Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft geplant. Daran nehmen unter anderen Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (CDU), der Kölner Weihbischof Rainer Woelki und der Frankfurter Theologe und Jesuitenpater Medard Kehl teil.


„Herausforderungen der Zeit formuliert“


In einem Grußwort zum Jubiläum würdigte der Kölner Kardinal Bbr. Joachim Meisner den „unverwechselbaren Charakter“ der Vortragsreihe. „Ihr Proprium ist es immer gewesen, aus christlicher Perspektive an die Fragen der Zeit heranzugehen und damit in einen geistig-geistlichen Dialog einzutreten.“ Auf hohem Niveau zeige sie unterschiedliche Strömungen in der Kirche, formuliere Herausforderungen der Zeit und biete Perspektiven für eine verantwortliche Lebensgestaltung im Sinne des Glaubens.


Der Gründer: Bbr. Carl Klinkhammer

Gründer der Mittwochsgespräche war der als „Ruhrkaplan“ bekannt gewordene Bundesbruder Dr. Carl Klinkhammer (Bild links), der am 21. April 1933 in der Kirche St. Johann in Essen-Altenessen als erster katholischer Geistlicher von den Nationalsozialisten in „Schutzhaft“ genommen wurde. Der am 22. Januar 1903 in Aachen geborene Lehrersohn, 1929 im Kölner Dom zum Priester geweiht, wirkte zunächst in Opladen und war ab 1931 als Kaplan in Essen und an vielen anderen Orten als wortgewaltiger Prediger und Redner hervorgetreten. Seine Auftritte gegen „Sowjetstern und Hakenkreuz“ führten zu mehrfachen Verhaftungen und Gefängnisstrafen. Er war schließlich Sanitätssoldat in Russland und wurde 1946 in Schleswig-Holstein aus englischer Gefangenschaft entlassen. 1946 Kaplan an der Bonner Münsterkirche St. Martin, kam Bbr. Klinkhammer 1947 nach Düsseldorf und wurde als Pfarrer von St. Sakrament eingeführt. Hier wandelte er den massiven Hochbunker am „Handweiser“ in zwei Jahren zur „stabilsten Kirche der Welt“ um. Der Initiator der Ökumene in Düsseldorf wohnte 50 Jahre lang, bis zu seinem Tod am 12. Januar 1997, im Bunker (www.friedensort-bunkerkirche.de).

 

Berühmte Redner bei den Mittwochsgesprächen

 

Nicht nur die Kirche ist ein Zeugnis seines Wirkens, wie die lange Reihe der von ihm begründeten „Mittwochsgespräche“ beweisen. Unter den Rednern der vergangenen 48 Jahre finden sich zahlreiche Prominente. Den ersten Vortrag am 8. November 1961 hielt der als „Maschinengewehr Gottes“ bekannt gewordene Pater Johannes Leppich, es folgten in den Anfangsjahren neben vielen anderen der CDU-Politiker Rainer Barzel, die Theologin Uta-Ranke Heinemann, Schlagersänger Ralf Bendix, der CSU-Politiker Franz Josef Strauß und Alt-Bundeskanzler Konrad Adenauer. Auch zahlreiche Hochschultheologen waren darunter, die später Bischofsweihen empfingen und Kardinalsehren erhielten, darunter Walter Kasper und Karl Lehmann. Im März 1974 hielt Joseph Ratzinger, damals Regensburger Theologe und heute Papst Benedikt XVI., einen Vortrag. 1976 hatte der damalige Bonner Fundamentaltheologe und Jesuit Hans Waldenfels die Leitung übernommen. Auf ihn folgte die Theologin Iris Müller, die die Gespräche seit 2002 verantwortet.


Prominente Redner jüngster „Mittwochsgespräche“ waren der ehemalige Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof, der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach und der Wittenberger evangelische Theologe Friedrich Schorlemmer. Getragen werden die „Mittwochsgespräche“ von der katholischen Kirche und der Volkshochschule der Stadt Düsseldorf.



 

LINKS:

Kämpfer gegen den Zeitgeist. Ruhrkaplan und Bunkerpastor - Bbr. Klinkhammer vor 100 Jahren geboren

Zweiter Gründer der UNITAS, erster Stadtdechant von Essen. Dr. Peter Kreutzer - ein Lebensbild.




Veröffentlicht am: 22:04:01 16.12.2009
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