Neujahrsempfang 2018: Der Puls Europas

ESSEN. Volles Haus beim Neujahrsempfang 2018: Die Ruhr-Unitas freute sich am Mittwoch, 17. Januar, über eine spannende Debatte zur Lage Europas. Zu dem hochaktuellen Thema sprach Bbr. Jens Pätzold, Mitgründer der Bürgerbewegung „Pulse of Europe“. „Wir hatten keine Ahnung, was auf uns zukam“, bekannte er. Denn die spontane Reaktion auf den Brexit, aber auch auf die gestiegene Aggressivität in den politischen Auseinandersetzungen hatte Konsequenzen: Für die ersten Europa-Aktiven, aber auch für die öffentliche Debatte.

Völlig unerwartet waren die Folgen der ersten kleinen Demo in Frankfurt: „Das hat uns überrollt. Am Ende waren es Hunderttausende in ganz Europa“, so Bbr. Pätzold. „Erst summten sie nur die Freude schöner Götterfunken mit – uns Unitariern natürlich gut bekannt. Aber dann sangen sie auch.“ Und nicht nur das: Unter dem blau-goldenen Sternenbanner griffen sie in bis zu 130 Städten zu den Mikrophonen und äußerten sich offen mit ihren Meinungen. Währenddessen machten sich die Mitstreiter der ersten Stunde über Versammlungsrecht schlau, suchten Experten zu grenzüberschreitender Gemeinnützigkeit, gründeten einen Trägerverein und eine Geschäftsstelle. Sie konnten sich guten Zuspruchs und Vereinnahmungen bald kaum erwehren, ertranken aber auch in Hassmails, sie sahen kaum mehr ihre Familien und hetzten bald von einem Pressetermin zur nächsten Talkshow und Preisverleihung.

Europäische Identität und Solidarität

Und das Ende der #pulseofeurope-Manifestationen auf dem ganzen Kontinent ist lange nicht erreicht – auch in diesem Jahr starten wieder die ersten öffentlichen Sonntagsspaziergänge und Versammlungen - diesmal schon mit Blick auf die kommenden Wahlen in Italien. Für Bbr. Pätzold eine „Herzensangelegenheit“, erklärte er: „Europa ist für mich eine Frage von Krieg und Frieden.“ Darum wollen er und seine Mitstreiter die Menschen für Europa als einzigartiges Friedensprojekt weiter begeistern und emotionalisieren: „Eine Europäische Zivilgesellschaft schaffen, eine europäische Identität und europäische Solidarität infolgedessen – genau darum geht es uns“, so Bbr. Pätzold. Kein Zaudern oder Trübsal blasen, sondern die Chancen erkennen, das ist sein Appell – auch an die Unitas bundesweit. „Einfach mal aktiv sein, vom Sofa runter, raus auf die Straße und was tun. Europa ist die Zukunft. Wir haben keine Alternative“, unterstrich er mit Verweis auf Bbr. Robert Schumans „Historische Erklärung“ von 1950. 

Unitarische Debatte

Darüber und über viele Aspekte kam der Saal schnell ins Gespräch. Zu Europa in der Geschichte, in der Bildung, in seiner Vielgestaltigkeit unterschiedlicher Identitäten, mit seiner Bürokratie und seinen Zukunftsperspektiven, zur Frage der Stellung des Thema in den unterschiedlichen Generationen und beim Blick auf die globalen Veränderungen. Und wir kommen tatsächlich nicht darum herum, uns alle als Bürger auch weiter aktiver und intensiver mit allen damit zusammenhängenden Fragen zu befassen. Damit sie weder in politischen Sonntagsreden noch im nüchternen Verwaltungsklüngel hinter undurchsichtigen Brüsseler Fassaden untergehen. Schon gar nicht als Unitas: Seit dem von der Ruhr-Unitas vorbereiteten Beschluss der 130. GV 2007 in Trier soll das Thema Europa längst Querschnittsthema auf allen Verbandsebenen sein. Der Neujahrsempfang war eine solche Sternstunde.
#pulseofeurope   



Veröffentlicht am: 16:48:42 20.01.2018
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