ESSEN. Georg Scherer, emeritierter Philosophie-Professor aus Oberhausen, wird heute 80 Jahre alt. Bis heute hält er Vorlesungen über Religionsphilosophie, Anthropologie und Metaphysik an der Universität Duisburg-Essen. Der UNITAS-Altherrenzirkel Essen und die Aktivitas, bei denen Scherer mehrfach insbesondere Themen aus dem Denken von Thomas von Aquin und der Scholastik als Referent bei den Vereinsfesten vorgestellt hat, gratulieren!

Geboren wurde Scherer 1928 in Oberhausen. In Bonn und Tübingen studierte er Philosophie, Theologie und Germanistik und promovierte 1951 mit einer Arbeit über Max Scheler. Von Beginn an engagierte er sich in der Erwachsenenbildung. 1960 – erst 32 Jahre alt - wurde er Direktor der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“, der katholischen Akademie des Bistums Essen für die Erwachsenenbildung. Als Referent und Gesprächspartner, als Berater für die in der kirchlichen Bildungsarbeit hauptamtlich tätigen Erwachsenenbildner sowie als offizieller Gutachter zur Erwachsenenbildung für den Bischof von Essen ist er immer wieder tätig geworden.

Im Jahr 1964 wurde er als Nachfolger von Josef Pieper, dem ersten Inhaber eines Philosophischen Lehrstuhls in Essen, auf den Lehrstuhl für Philosophie an der damaligen Pädagogischen Hochschule (jetzt Universität) Essen/Duisburg berufen, den er bis zu seiner Emeritierung innehatte. Wer ihn in einem seiner ungezählten Vortrags- oder Seminarveranstaltungen als Referent oder Diskutant erlebt, spürt: hier schöpft jemand aus einer schier unerschöpflichen Quelle, aus der Tradition der Geistesgeschichte, und wird dabei selbst für andere zu einer Quelle. Seine Gabe, komplexe und schwierige Gedanken aus der Geschichte der Philosophie und der Theologie so aufzubereiten, dass sie eine überraschende Aktualität bekommen, ist bis heute ungebrochen.

Seit mittlerweile mehr als 56 Jahren ist er Vorsitzender des Katholischen Bildungswerkes Oberhausen. Er ist in dieser Funktion die lebendige Tradition im Bildungswerk, das er maßgeblich geprägt hat. Ungezählten Menschen hat er durch eigene Vortragstätigkeit und seine konzeptionelle Mitarbeit geistliche und geistige Orientierung gegeben. „Er ist einer der großen und prägenden Gestalten der Oberhausener Stadtkirche und des Bistums Essen“, so der Oberhausener Stadtdechant Emil Breithecker anerkennend. Seine vielfältige und umfangreiche Erfahrung brachte Professor Scherer auch in die konzeptionelle Erarbeitung für das Kirchenzentrum der „Neuen Mitte Oberhausen“ mit ein. Außerdem hat er sich in all den Jahren auch auf pfarrlicher Ebene in seiner Oberhausener Heimatgemeinde St. Marien auf vielfältige Weise engagiert. Scherers Verbundenheit mit „seinem Fußballclub“ Rot-Weiß Oberhausen ist legendär; bis heute arbeitet er auch hier in den Leitungsgremien mit. Durch die Gründung des Vereins „Texelgespräche“ und seine dort auch schon etwa 20jährige Vorsitzendentätigkeit steht er über die Grenzen Oberhausens hinaus für den Dialog mit den Wissenschaften und der Kunst und Kultur.

Für sein jahrzehntelanges Engagement für die Kirche in der Stadt Oberhausen und im Bistum Essen hat Papst Johannes Paul II. 1999 Professor Scherer die Auszeichnung „Ritter des Ordens des heiligen Gregor des Großen“ verliehen. Eine Geburtstagsfeier ist für den 17. Mai um 15 Uhr im Katholischen Stadthaus Oberhausen geplant.
Textquelle: Bistum Essen, Bild: Professor Dr. Georg Scherer, Foto: Hadasch




Veröffentlicht am: 17:46:42 30.04.2008
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